Posts mit dem Label Hexe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hexe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 28. Juni 2011

Arbeitsschutz und heiße Hexen


Die Hexe war es satt: Immer wieder krochen ohne ihre Erlaubnis Kinder in ihren Ofen und wurden somit schon lange, bevor sie auf den Tisch hätten kommen sollen, gebacken. Da es ihr auch an einer Gefriertruhe mangelte, wanderten diese „Unfälle“ in schöner Regelmäßigkeit auf den Komposthaufen, denn schließlich ist auch der Magen einer 980jährigen nicht unbegrenzt belastbar. Endlich kam die Hexe auf den rettenden Gedanken, ein Schild anzubringen, das aufmüpfige Kinder ausdrücklich anwies, die Hexe über ihren Ofengang zu informieren. Was die Hexe leider nicht bedacht hatte, war, daß Sprößlinge der frühneuzeitlichen Unterschicht gar nicht zu lesen imstande waren.

Donnerstag, 3. März 2011

Hart aber ungerecht

Die fünfköpfige Jury des umstrittenen frühneuzeitlichen öffentlichen Wettbewerbes „Kleinstaat sucht die Superhexe“ erwies sich in den meisten Fällen als weniger kopf- als vielmehr herzlos, und ihre Entscheidungen, die in den seltensten Fällen Hand und Fuß hatten, wurden oft in paganen Kreisen kritisiert.

Montag, 7. Juni 2010

Haariger Zwangsjob

In einem Fall von Selbstjustiz zwang eine Hexe die Tochter eines Diebes, für sie zu arbeiten.

(fpv) Zu Beginn der kommenden Woche wird Richterin Annegret Rübenacker, 56, über einen in ihrer Karriere einzigartigen Fall verhandeln: Die Hexe Casimira Z., 839, wird angeklagt, Selbstjustiz verübt zu haben und die Tochter ihres ehemaligen Gärtners Egon J., 38, als Zwangsarbeiterin mißbraucht zu haben. Die 14jährige Gundula, genannt „Rapunzel“, wurde von Z. in einen abgelegenen Turm gesperrt und war, so der Anwalt der Familie J., Georg Leberer, 59, einem „Psychoterror ohnegleichen“ und „außerordentlichen körperlichen Strapazen“ ausgesetzt gewesen.
Bislang befindet sich das Mädchen noch in psychologischer Behandlung; bleibende seelische Schäden bei dem Opfer sind nach Meinung des behandelnden Psychiaters Friedhelm Klotz, 41, sehr wahrscheinlich: „Es ist nicht auszuschließen, daß meine Patientin in Zukunft hohe Gebäude und Menschen mit langen Haaren meiden wird.“
Die Hexe Z. fühlt sich zu Unrecht angeklagt und will Egon J. vor dem Richter sehen: „Ich habe den Mann jahrelang als Gärtner beschäftigt und weißgott nicht schlecht bezahlt. Der Dank dafür war, daß er sich ungeniert an meinen Gemüsebeeten bediente.“
Z., die im Laufe der Hexenverfolgungen im Mittelalter viele Verwandte und Angestellte verlor, zögerte nicht lange, als sie die Diebereien entdeckte und stellte J. vor die Wahl: entweder Polizei oder eine Abarbeitung der Schuld. „Daß nicht er selbst büßen wollte, sondern seine Tochter vorschickte, kann man mir doch nicht zum Vorwurf machen“, entrüstet sich Z. Ihr Anwalt Holger Täsch, 51, bestätigt diese Ansicht, räumt dennoch ein, daß seine Mandantin „wohl noch nicht darüber informiert war, daß Kinderarbeit mittlerweile in Deutschland verboten ist.“
Bizarr mutet die Arbeit Gundulas an: Sie saß im obersten Geschoß des Laborturmes der Z. und mußte ihrer Arbeitgeberin mit ihrer langen Haarpracht beim Besteigen des Dachgeschosses helfen, wenn der Fahrstuhl seinen Dienst versagte. Ansonsten half sie der Hexe bei der Entwicklung und Herstellung neuer Zaubertränke und mußte bisweilen auch einige von ihnen kosten.
„Wir prüfen zur Zeit, ob eine Anzeige wegen Körperverletzung Erfolg verspricht“, so Leberer. „Ein Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz liegt allemal vor, da die Heranwachsende 38,5 Stunden pro Woche beschäftigt wurde.“
Annegret Rübenacker werde sich die Entscheidung nicht leicht machen, betonte sie. Einer hat bereits entschieden: Gundula hat sich ihrer Haare entledigt.