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Freitag, 9. Juli 2010

Über die Dummheit der Spinnen

In den Winkeln, in den Ecken,
wo sie sich so gern verstecken,
wo sie still ihr Dasein fristen
wo sie, wenn sie’s besser wüßten,
statt zu spinnen, statt zu weben
sinnvoll geudeten ihr Leben.
Doch weil sie stupide sind,
wie ein unverständig Kind,
spinnen sie, wo sie grad wohnen,
Fäden dünn aus dem Abdomen,
bis im fert’gen Netz sie hingen,
daß Beutetiere sich verfingen.
Aber ach! in jenen Ecken
will niemand je das Netz entdecken,
will kein Kerbtier sich verfangen
und zum Sterben darin hangen.
So müssen sie mit leerem Magen
einen neuen Anfang wagen.
Doch wird man sonst durch Schaden klug:
Den Spinnen ist’s noch nicht genug.
Sie ziehen weiter, ziehen fort
zum nächsten wohlverborgnen Ort
und harren weiter ohne Zagen –
erfolglos und mit leerem Magen.
Und eine Frage streift die Sinne:
Wovon lebt denn nun die Spinne?

Montag, 21. Juni 2010

Yoghurta

Es war der Joghurtmann nicht stark,
doch herrscht er über lange Jahr
glücklich übern Sahnequark,
wo er wohnhaft war.
Weiß war seine Heimat,
lecker und gesund,
und dieses Faktum sein tat
für seinen Tod der Grund:

Denn der arme Joghurtmann
nicht länger leben sollte;
ein Kindlein trat schon bald heran,
das Quark gern essen wollte.
Sein Wuchs war klein, blond war das Haar,
bezaubernd war das Kleid,
und engelsgleich die Stimme war:
„Welch Hunger hab ich heut!“

sprach das Kind, nahm sich den Quark
und aß ihn voll Genuß.
Den Joghurtmann, den traf es arg –
qualvoll war sein Schluß!
Unter ging sein Yoghurta,
im Sahnequark sein Reich.
Die Schuld von einem Kindlein ’s war,
daß nun er ist ’ne Leich!