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Donnerstag, 2. April 2015

Europarundreise in Wort und Bild. Teil 3: Spanien



Stiere stechen, Geißen schmettern,
schmatzend schmausen die Tortilla,
wie des Bieres Kutscher wettern,
und zur Trauer die Mantilla.
Keck erknattern Kastagnetten,
und zum Tanze fordert man – ¡olé! –
alle Fraun auf (außer fetten),
wie dereinst zur temps passé.

Sonntag, 18. Januar 2015

Europarundreise in Wort und Bild. Teil 2: Norwegen


Land der Elfen, Land der Trolle, 
wo das bunte Nordlicht funkelt, 
Land der Wämser rein aus Wolle, 
wo’s schon gern frühmorgens dunkelt.
Land der Elfen, Land der Trolle,
wo das Erdöl reichlich sprudelt
und unermüdlich die Frau Holle
Tag um Tag das Land besudelt.

Sonntag, 4. Januar 2015

Europarundreise in Wort und Bild. Teil 1: Albanien




Ach, was müßten wir uns plagen,
früge man uns nach Albanien!
Wer wüßte da mehr zu sagen,
als: „weit weg von Spanien“?
Oder: „auf dem Balkan wohl gelegen“,
oder: „nah bei Griechenland“?
Oh, was machst du uns verlegen,
bist du uns so unbekannt!

Samstag, 5. Juni 2010

Ovids Metamorphosen modernisiert. Teil 4:

AGRICOLÆ IMPENSAM FACIUNT

Europa saß, erfüllt von Qualen,
vor des neuen Haushalts Zahlen:
„Sechse müssen aus den zehn
Euros an die Bauern gehn.
Täte mans nicht hier verschwenden,
könnte sinnvoll mans verwenden,
zum Beispiel für Sozialausgaben,
daß arme Leute sich dran laben.
Doch mit diesen Geldern hier
zahle Bauern ich dafür,
daß sie gar nichts produzieren
(außer den verrückten Stieren).
So kanns hier nicht weitergehn,
baldigst muß etwas geschehn!“

Des harten Sparens Kommissar
die ehrgeizig’ Latona war.
Es hallte ihre Kampfparole:
„Bauern weg zu unserm Wohle!“
Der Testfall fern in Lykien war,
Verhüllungschiffre „Hex und spar“:
Die Bauern hexte sie zu Fröschen:
„Das wird Milliardenkosten löschen!“

Europas Laune bald war heiter,
sanken doch die Kosten weiter.
Und als Europa landwirtsfrei
sprach sie: „Oh, wie ich mich freu!
Endlich fließen keine Gelder
mehr für öd- und brache Felder.
Latona, ich bin dankbar dir.
Schluß ist mit der Bauern Gier!“

Doch währte nicht sehr lang der Friede,
denn sparen konnt man nicht rigide:
Zwar fehlte nun der Bauern Gieren,
dafür mußt man importieren!
So kam es, daß der sechs aus zehn
Euros an das Ausland gehn!

Samstag, 1. Mai 2010

Ovids Metamorphosen modernisiert. Teil 1:

VITA IOVIS – LETVM BOVIS


Mit Langeweile und mit Wein
im Olymp saß Zeus allein,
da seine Frau, die Hera hieß,
ihn auf Knall und Fall verließ.
Ob verletzter Eitelkeit
weilte sie bei Paris weit,
sich zu rächen am Verhöhner,
der befand die Venus schöner!
Wie gesagt, saß mit dem Wein
Zeus auf dem Olymp allein.

Daß dieses recht bald anders werde,
versucht sein Glück er auf der Erde.
Inkognito dort lustzuwandeln,
mußt erst er sich zum Stier verwandeln.

Und nach langem Suchen fand
er sie, Europa kurz genannt.
(Kürzer noch hieß sie EU,
doch das tut hier nichts dazu.)
Der Ort, wo er die Schöne sah,
das schöne Städtchen Brüssel war.

Als er sie sah, war er entzückt,
worauf er gleich ein Blümchen pflückt
und tänzelte auf grüner Weide –
dem Mädchen aber nicht zur Freude!
Verärgert in dem höchsten Maß
sie aus einer Vorschrift las:

„Wenn dem Umstand nun so ist,
daß du ein Stier aus England bist,
so gilt durch Schlachten dir der Tod –
zumindest ein Importverbot.
Denn an deinem Tanzstil seh
ich klar, daß du hast BSE!
Auch wenn dieses nicht der Fall:
Mängel hast du überall!
Der Huf zu kurz, das Horn zu lang –
noch nie gehört vom Normenzwang?
Der Kopf zu breit, die Brust zu schmal –
dem Schlachter ist das nicht egal!
Gänzlich fehlt der Nasenring –
wo kämen wir denn da noch hin?
Nein, um mir jetzt noch zu imponieren,
mußt normgerecht dich ausstaffieren!“

Sprachs und nahm ein Buch zur Hand
(es war ein Tausend-Seiten-Band):
„Nimms und lies mal dieses hier:
,Wie werd ich normgerechter Stier?‘
Außerdem noch die Broschüre:
,Was tun, wenn ich was importiere?‘“
So ließ sie nun den Zeus allein.

Der sitzt heute noch mit Wein
und Langeweil auf seinem Zimmer
und studiert das Buch noch immer!