Droht Ihre Wohnung wieder einmal im Staube zu ersticken? Das Personal hat gerade seinen freien Tag bzw. wurde noch nicht eingestellt? Selbst zum Feudel zu greifen erscheint Ihnen aber auch zu bourgeois? Nehmen Sie doch einfach Schallplatten! Sie wissen schon: Diese unhandlichen, schwarzen Scheiben aus Polyvinylchlorid mit einem mal mehr, mal minder großen Loch in der Mitte und den schneckenförmigen Rillen. Früher haben Sie sich immer darüber geärgert, daß diese Dinger zu viel Platz im Schrank wegnahmen und ständig zugestaubt waren; heute sollten Sie diese Eigenart in Ihrem Sinne gebrauchen: Einfach in jedem Zimmer zwei bis drei Schallplatten in die Ecken legen oder stellen, und sogleich wird der Staub magisch von ihrer elektrostatischen Aufladung angezogen. Bereiten Sie sich selbst ein wenig Kurzeweil mit der Beobachtung und Buchführung, wieviel Staub sich auf welcher Platte bereits abgelagert hat und erstellen Sie sich daraus ihre eigene Schlagerparade! Fragen Sie bei Ihrer hochadeligen Standesfreundin Stéphanie von Monaco nach, ob sie eventuell aus der Zeit ihrer kurzen Musikantenkarriere noch ein paar goldene Schallplatten übrig hat und verleihen Sie diese an jene Platte, die als erstes erfolgreich eine ganze Staubmaus auf sich bilden konnte! Erleben Sie, warum auch die jüngere Generation wieder auf Vinyl „abfährt“, denn: So viel Vergnügen kann eine gewöhnliche Compact Disc niemals bereiten!
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Donnerstag, 8. März 2012
Carola von Abwasch-Flause und Carl Georg Friedrich Theobald von und zu Hohenrössern geben hochadelige Haushaltstips. Teil 4
Droht Ihre Wohnung wieder einmal im Staube zu ersticken? Das Personal hat gerade seinen freien Tag bzw. wurde noch nicht eingestellt? Selbst zum Feudel zu greifen erscheint Ihnen aber auch zu bourgeois? Nehmen Sie doch einfach Schallplatten! Sie wissen schon: Diese unhandlichen, schwarzen Scheiben aus Polyvinylchlorid mit einem mal mehr, mal minder großen Loch in der Mitte und den schneckenförmigen Rillen. Früher haben Sie sich immer darüber geärgert, daß diese Dinger zu viel Platz im Schrank wegnahmen und ständig zugestaubt waren; heute sollten Sie diese Eigenart in Ihrem Sinne gebrauchen: Einfach in jedem Zimmer zwei bis drei Schallplatten in die Ecken legen oder stellen, und sogleich wird der Staub magisch von ihrer elektrostatischen Aufladung angezogen. Bereiten Sie sich selbst ein wenig Kurzeweil mit der Beobachtung und Buchführung, wieviel Staub sich auf welcher Platte bereits abgelagert hat und erstellen Sie sich daraus ihre eigene Schlagerparade! Fragen Sie bei Ihrer hochadeligen Standesfreundin Stéphanie von Monaco nach, ob sie eventuell aus der Zeit ihrer kurzen Musikantenkarriere noch ein paar goldene Schallplatten übrig hat und verleihen Sie diese an jene Platte, die als erstes erfolgreich eine ganze Staubmaus auf sich bilden konnte! Erleben Sie, warum auch die jüngere Generation wieder auf Vinyl „abfährt“, denn: So viel Vergnügen kann eine gewöhnliche Compact Disc niemals bereiten!Donnerstag, 1. Dezember 2011
Carola von Abwasch-Flause und Carl Georg Friedrich Theobald von und zu Hohenrössern geben hochadelige Haushaltstips. Teil 3
Ihr Leben ist einmal wieder trübe und sinnlos? Im Vergleich zu Ihren Ahnen, die noch kühn in Schlachten ziehen durften und sich so den Namen machten, den Sie heute noch tragen, kommen Sie sich klein und wertlos vor? Erwerben Sie sich doch Ihren eigenen Titel! Sofern sie maturiert haben (was jedoch in Ihren Kreisen zum Standardrepertoire gehören sollte), nimmt wohl jede Universität Ihrer Wahl Ihr Immatrikulationsgesuch freudig entgegen. Geben Sie sich jedoch nicht mit solch albernen Abschlüssen wie Diplom oder bürgerlich-kleingeistigen Titeln wie Master oder gar Bachelor zufrieden; eine Dissertation sollte das Mindeste sein, was Ihren universitären Bildungsweg krönen sollte. Allerdings müssen Sie als Angehöriger des Hochadels darauf achten, nicht auf bildungsbürgerlichem Wege Ihren Doktortitel zu erwerben: Ein Adeliger arbeitet nicht, er läßt arbeiten! Erkenntnisse, die irgendein nichtadeliger Niemand aus dem Bürgertume aus seiner Wissenschaft gezogen hat, warten nur darauf, von Ihnen aufgenommen und solchermaßen geadelt zu werden. Nur kleingeistiges Bürgergelump wird darauf beharren, daß Sie Ihre Quellen offenlegen. Ein Adeliger weiß, wann er zu schweigen hat! Auch sehen Sie zu, daß Sie Ihre Arbeit nicht wie irgendeine bürgerliche Krämerseele auf einem, bestenfalls zwei Datenträgern speichern – divide et impera heißt die Devise! Jedes Kapitel, wenn nicht gar jeder Absatz aus Ihrem Geiste oder doch zumindest aus Ihrer Suchmaschine ist es wert, einen eigenen Datenträger damit zu belegen! Heerscharen von stationär gebundenen Rechnern, tragbaren Rechenknechten, ausgelagerten Festplatten, digitalen Silberlingen, diversen Speicherriegeln, -stiften und -karten sind die Untertanen des digital versierten Adeligen! Einem Bürgerlichen würde man nachsehen, verlöre er hier den Überblick, aber als Adeliger von Rang und Namen wird Ihnen das selbstredend nicht passieren. Sollten nach Ihrer erfolgreichen Dissertation dennoch kleingeistige Kritik bürgerlicher Provenienz aufkommen, schreiben Sie vorsichtshalber Ihre Biographie, die Sie dann aus Ihrem selbgewählten Exil veröffentlichen. Denn Ihren Adelstitel kann Ihnen niemand mehr nehmen, selbst wenn Sie Ihrer Lebensgeschichte Versatzstücke Ihrer Vorfahren hinzufügen.Dienstag, 26. Juli 2011
Carola von Abwasch-Flause und Carl Georg Friedrich Theobald von und zu Hohenrössern geben hochadelige Haushaltstips. Teil 2
Ihr kostbares Tafelsilber ist angelaufen und unansehnlich geworden? Verpassen Sie ihm doch einfach einen neuen „Anstrich“ mit Rhodium! Es sieht genauso aus, ist aber noch viel wertvoller als beispielsweise Platin, das Gold des kleinen Mannes. Es schmilzt erst bei Temperaturen von weit über 1900 °C, s0 daß es durchaus ab und zu einen tüchtigen Waschgang in der Spülmaschine verträgt oder man zur Not auch ein zünftiges Fondue oder einen Grillabend an offenem Feuer damit bestreiten kann. Hinsichtlich seiner Reaktionsträgheit weist es eine enge innere Verwandtschaft mit dem Hochadel auf, was diesem Metalle zusätzliche Sympathien in unseren Kreisen zufliegen lassen dürfte. Zudem ist es sehr abwechslungsreich mit seinen 33 Isotopen und 20 Kernisomeren, so daß man, wenn man möchte, jedes Einzelstück eines Besteckes mit einem individuellen Rhodium-Überzuge versehen könnte. Doch Vorsicht! Je nach Isotopenwahl zerfällt Rhodium entweder unter Elektroneneinfang oder Positronenaussendung binnen eines halben Dezenniums zu Ruthenium, das neben Palladium das Leichtgewicht der Edelmetalle ist. Im Zweifelsfalle hilft hier der Hammertest: Verbiegt sich das fragliche Eßinstrument lediglich, so handelt es sich immer noch um Rhodium; zerspringt es hingegen, handelt es sich um das spröde Ruthenium. Die nun wertlos gewordenen Stücke sollten sie bei ca. 2300 °C einschmelzen (Vorsicht, heiß!), in Klötzchenform gießen und an notleidende Kinder nichtadeliger Herkunft verschenken.
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Dienstag, 12. Juli 2011
Carola von Abwasch-Flause und Carl Georg Friedrich Theobald von und zu Hohenrössern geben hochadelige Haushaltstips. Teil 1
Kein Brot mehr im Hause? Nehmen Sie doch einfach Kuchen! Schon vor Urzeiten, als der Adel noch den Pöbel regierte und nicht umgekehrt, war dies der Geheimtip am französischen Hofe. Doch wie dankte es das gemeine Volk, als Marie Antoinette das den niederen Ständen kundtat? Anstatt sich ans Kuchenbacken zu begeben, baute es lieber Guilloutinen, die lediglich den schieren Appetit auf Blutrunst befriedigte. Sei es; sehr zu empfehlen in Zeiten der Brotknappheit ist eine Käsesahnetorte mit Leberwurst oder ein Schwarzwälder Kirsch mit Salami. Im österreichischen Landadel hat auch die Sachertorte in Verbindung mit geselchten Forellen Verbreitung gefunden. Nicht zu raten hingegen ist zu gedecktem Apfelkuchen mit Konfitüren jeglicher Art, da diese Kombination aufgrund ihres Wohlgeschmackes zu vermehrtem Verzehr verleitet, und als Adeliger von Welt ißt man schließlich nicht um der Sättigung willen!
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