Donnerstag, 12. Juli 2012

Was kann man heutzutage noch sorglos essen?


Verunsichert werden Verbraucher immer wieder durch die Tatsache, daß selbst in noch so gesund wirkendem Essen irgendwelcher Schweinkram versteckt sein kann.

Samstag, 7. Juli 2012

Kleiderschränke der Liebe. Teil 2: Mann aus Sicht der Frau


… ich trat lachend in sein Schlafzimmer, und selbiges Lachen blieb mir sogleich im Halse stecken: Es war eine düstere Rumpelkammer, beherrscht von einem antiken Ungetüme von Schrank, das schon vom bloßen Ansehen zusammenzubrechen drohte. Ich zögerte: War das der Mann, dem ich einmal die verschwitzten Socken waschen würde? Ich faßte mir ein Herz, trat über die Schwelle zum Schranke und öffnete ihn. Motten flogen mir entgegen, während ich einen Blick hineinwarf. Ich sah einen haufen alter, ungewaschener und ungeflickter Klamotten, die einen Duft verströmten, der am besten als eine Mischung aus CK One und Schweinestall beschrieben ist. Angewidert wandte ich meinen Kopf zur Tür, wo er mit dem süßesten Lächeln im Rahmen lehnte. Ich betrachtete mir noch einmal das Chaos im Schranke, dann noch einmal ihn, der so ein wunderschönes Lächeln und den knackigsten Po der Welt hatte – und da wußte ich, was ich zu tun hatte…

Donnerstag, 5. Juli 2012

Was uns die Grimms verschwiegen. Teil 1: Schneewittchen


Die böse Stiefmutter tobte: Im ganzen Lande war kein einziger Apfel aufzutreiben gewesen! Warum kam ihr die geniale Idee mit dem halb vergifteten Apfel erst nach dem Fest zu Ehren des Heiligen Apfelmusius? Wie sollte sie nun Schneewittchen beseitigen? Kochend vor Wut lief die Ergrimmte durch den Wald, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen, wobei sie eines attraktiven Pilzes gewahr wurde. „Heißa, der sieht aber lecker aus!“ frohlockte die Malifiziöse und wollte sich ein kleines Stückchen vom Pilze abbrechen, um es zu probieren. Dabei stellte sie sich jedoch recht ungeschickt an und zerbrach nahezu den gesamten Schirm. Fluchend stürmte sie zurück ins Schloß, um sich Kleber zu besorgen, auf daß sie mittels eines unversehrt aussehenden, aber nur schludrig zusammengeflickten Pilzes die nichtsahnende Steiftochter in den Tod schicken könnte.

Dienstag, 3. Juli 2012

Kleiderschränke der Liebe. Teil 1: Frau aus Sicht des Mannes


… dann öffnete ich ihren begehbaren Wäscheschrank und erschrak: Er war so riesig – und vor allen Dingen so leer! Mein erster Gedanke galt meinen Finanzen, doch dann sah ich in ihre Augen – Augen, die all meine Sehnsüchte zu erfüllen versprachen; Augen, die ewiges Glück verhießen. Ich betrachtete ihre sinnlichen roten Lippen, ihren in lieblichen Wogen bebenden Busen, die wohlgeformten Kurven ihres vollendeten schlanken Körpers. Ich warf nochmals einen Blick in den leeren Schrank und zweifelte erneut an mir: War das nicht eine Nummer zu groß für mich? Überstieg das nicht meine Möglichkeiten? Doch dann drängte sie sich zwischen mich und die Tür, die sie sogleich mit dem süßesten Lächeln und einem zärtlichen Kusse auf meine Wange schloß. Dann hauchte sie sanft: „Komm, Liebster!“ Als ich dabei ihren heißen Atem an meinem Halse spürte, wußte ich, was ich tun mußte…

Donnerstag, 12. April 2012

Wenn man in Vorlesungen zu faul ist, sich alles aufzuschreiben. Teil 12:

Hüben (HRR) wie drüben (Byzanz) waren Liebeshochzeiten unüblich. Sollte eine junge Maid einem Gatten zugeführt werden, so wurden erst einmal Brautwerbungsbilder an Gemahlskandidaten versendet. War eine junge Dame nicht bereit zum Ehegelübde, foppte sie bisweilen den sie porträtierenden Maler mit allerhand Grimassen, um möglichst häßlich und abstoßend zu wirken.

Freitag, 6. April 2012

Edgar-Wallace-Filme, die nie gedreht wurden. Neunter Teil:


Helle Aufregung in Goose Down Castle! Lord Beirut (Hubert von Meyerinck) wurde ermordet – erstickt mit einem curryfarbenen Kopfkissen (rot, sehr scharf), das er nebst Plumeau zum Andenken an seine Militärzeit in Indien als Abschiedsgeschenk erhielt. Zur Testamentseröffnung findet sich neben dem kauzigen Familienanwalt Ferdinand Ferry (Rudolf Schündler) die komplette zehnköpfige Familie im Manor ein, und bald schon stellt sich heraus, daß die Familienmitglieder einander hassen wie die Pest. Ausgerechnet sollen sie nun auch noch gemeinsam das Federbett mit den goldenen Daunen im Schloß suchen! Voneinander angewidert zerfällt das kleine Verwandtentrüppchen jedoch bald, und nachdem auch noch der Strom ausgefallen und Goose Down Castle durch einen Erdrutsch von der Außenwelt abgeschnitten ist, tappen die potentiellen Erben im Wortsinne im Dunkeln. Und damit nicht genug: Einer nach dem anderen fällt einem unheimlichen Mörder zum Opfer, zunächst die älteste Nichte des Lords, Dame Deborah (Eva-Ingeborg Scholz). Doch während zunächst ihr Ehemann, der ebenso geldgierige wie untreue und amerikanische Jonathan Noxworth (Pinkas Brown) dieses Mordes verdächtigt wird, ist spätestens, nachdem auch er ermordet unter einem curryfarbenen Kopfkissen (gelb, medium) aufgefunden wird, klar: Hier verrichtet jemand anderes sein schändliches Werk! Steckt der wahnsinnige Butler (Klaus Kinski) hinter den Morden? Hat Ferry etwas zu verbergen? Oder will die Witwe des Toten, Lady Rosalind (Ilse Steppat) ihrem Sohne (Jan Hendriks) einen möglichst großen Anteil am Erbe dadurch sichern, daß sie die Konkurrenz aus dem Wege räumt? Doch bis die verbliebene Verwandtschaft hinter die Muster der Morde und der Kopfkissenbezüge und damit auf die Spur des goldenen Plumeaus kommt, müssen noch einige ihr Leben lassen…

Donnerstag, 8. März 2012

Carola von Abwasch-Flause und Carl Georg Friedrich Theobald von und zu Hohenrössern geben hochadelige Haushaltstips. Teil 4

Droht Ihre Wohnung wieder einmal im Staube zu ersticken? Das Personal hat gerade seinen freien Tag bzw. wurde noch nicht eingestellt? Selbst zum Feudel zu greifen erscheint Ihnen aber auch zu bourgeois? Nehmen Sie doch einfach Schallplatten! Sie wissen schon: Diese unhandlichen, schwarzen Scheiben aus Polyvinylchlorid mit einem mal mehr, mal minder großen Loch in der Mitte und den schneckenförmigen Rillen. Früher haben Sie sich immer darüber geärgert, daß diese Dinger zu viel Platz im Schrank wegnahmen und ständig zugestaubt waren; heute sollten Sie diese Eigenart in Ihrem Sinne gebrauchen: Einfach in jedem Zimmer zwei bis drei Schallplatten in die Ecken legen oder stellen, und sogleich wird der Staub magisch von ihrer elektrostatischen Aufladung angezogen. Bereiten Sie sich selbst ein wenig Kurzeweil mit der Beobachtung und Buchführung, wieviel Staub sich auf welcher Platte bereits abgelagert hat und erstellen Sie sich daraus ihre eigene Schlagerparade! Fragen Sie bei Ihrer hochadeligen Standesfreundin Stéphanie von Monaco nach, ob sie eventuell aus der Zeit ihrer kurzen Musikantenkarriere noch ein paar goldene Schallplatten übrig hat und verleihen Sie diese an jene Platte, die als erstes erfolgreich eine ganze Staubmaus auf sich bilden konnte! Erleben Sie, warum auch die jüngere Generation wieder auf Vinyl „abfährt“, denn: So viel Vergnügen kann eine gewöhnliche Compact Disc niemals bereiten!

Donnerstag, 1. März 2012

Denn sie vergessen nicht


Elefanten und Asphalt haben viele Gemeinsamkeiten, so etwa die Farbgebung und ihre rissige Oberfläche, an der jeglicher Hautcremehersteller verzweifelt. Aber auch in Sachen Gedächtnis sind sich die beiden äußerst ähnlich: Auch der Straßenbelag vergißt niemals, wer ihm einmal Übles antat, und die Erinnerung daran brennt sich ihm unauslöschlich ins Gedächtnis.