Dienstag, 8. Januar 2013

Unbekannte Heilige. Teil 2


Nahezu völlig unbekannt ist der Heilige Sinmano, der spanische Patron all derer, die eine oder mehrere Hände verloren haben. Die Legende besagt, daß besagter Heiliger einmal vom Zorne Gottes in Form eines Blitzes getroffen wurde und daher seiner rechten Hand verlustig ging, mit der er gerade fleischlichen Gelüsten nachzugeben anstand. Zu diesem Zeitpunkt war er gerade Bischof in Toledo unter dem Gotenkönig Rekkared I. (586–601). Seit jenem Vorfalle war er ein überzeugter Gegner manueller Selbstbefriedigung und ließ fortan diverse Mätressen und Meßdiener diese anstrengende und gotteslästerliche Arbeit übernehmen. Eine weniger schmeichelhafte Überlieferung jedoch besagt, daß Sinmano, der im wahren Leben Hunulf hieß, recht ungeschickt im Umgange mit dem Mühlsteine war und seine Hand unter einem solchen Trumm zerquetscht wurde, als ihm das warten auf das Mehl wieder zu lange dauerte.

Dienstag, 23. Oktober 2012

Der Sphinx ihr Dinx


Das Bild der Sphinx wurde durch die griechische Mythologie, die geprägt war von Gewalttätigkeit und Misogynie, völlig falsch wiedergegeben. Zwar stimmt es, daß sie Reisende unter anderem vor Theben aufhielt, um sie mit einem kurzweiligen Rätsel auf ihre geistigen Fähigkeiten zu prüfen; daß sie jedoch bei einer falschen Antwort von der Halbdame zunächst erwürgt und dann verschlungen worden wären, entbehrt jeglicher Grundlage. In Wahrheit durfte jeder unversehrt weiter seines Weges ziehen, wer aber die richtige Antwort wußte, durfte sich über so manchen schönen Preis freuen. Auch Ödipus war ein glücklicher Gewinner einer solchen Preisfrage; statt jedoch aller Welt freudig mitzuteilen, daß er siegreich aus dem Frage-und-Antwort-Spiel hervorgegangen wäre, verscherbelte er sogleich die kostbare Amphorenkollektion, um anschließend beim dadurch finanzierten Suff in der Taverne kundzutun, er hätte mit seiner richtigen Antwort das Fabelwesen in den Tod getrieben. Daß dies nicht stimmt, beweist dieses erst kürzlich entstandene Bild: Auch heute noch kann man bei der Sphinx (hinten) nette Preise gewinnen, so wie hier einen liebevoll restaurierten Luxuswagen älteren Datums (vorne).

Dienstag, 18. September 2012

Die Augen der Eifel



Woher der Name „Totenmaar“ für das Weinfelder Maar kommt, dürfte allgemein bekannt sein. Weniger bekannt allerdings ist, daß das Gillenfelder Holzmaar seinen Namen von einer Nixe hat, die sich lieber in einen Klumpen Holz verwandeln ließ als weiterhin barbusig von lüsternen Eifelbauern begafft zu werden, sobald sie einmal ihr kühles Naß verließ, um sich die Haut einzukremen, die arg unter den Strapazen des halbaquatischen Lebenswandels litt.

Freitag, 17. August 2012

Dienstag, 14. August 2012

Unfallgefahr!


Es sprach der kummervolle Hinterbliebene: „Den Stein, der krumm, gern auf ich richt’ – doch ach, ich find’ ihn leider nicht…“

Dienstag, 17. Juli 2012

Per aspera ad muros


Viele Menschen, zumal Eltern und Lehrer, haben das Gefühl, sie redeten für die Wände. Etliche Fernseher teilen derlei Empfindungen.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Was kann man heutzutage noch sorglos essen?


Verunsichert werden Verbraucher immer wieder durch die Tatsache, daß selbst in noch so gesund wirkendem Essen irgendwelcher Schweinkram versteckt sein kann.

Samstag, 7. Juli 2012

Kleiderschränke der Liebe. Teil 2: Mann aus Sicht der Frau


… ich trat lachend in sein Schlafzimmer, und selbiges Lachen blieb mir sogleich im Halse stecken: Es war eine düstere Rumpelkammer, beherrscht von einem antiken Ungetüme von Schrank, das schon vom bloßen Ansehen zusammenzubrechen drohte. Ich zögerte: War das der Mann, dem ich einmal die verschwitzten Socken waschen würde? Ich faßte mir ein Herz, trat über die Schwelle zum Schranke und öffnete ihn. Motten flogen mir entgegen, während ich einen Blick hineinwarf. Ich sah einen haufen alter, ungewaschener und ungeflickter Klamotten, die einen Duft verströmten, der am besten als eine Mischung aus CK One und Schweinestall beschrieben ist. Angewidert wandte ich meinen Kopf zur Tür, wo er mit dem süßesten Lächeln im Rahmen lehnte. Ich betrachtete mir noch einmal das Chaos im Schranke, dann noch einmal ihn, der so ein wunderschönes Lächeln und den knackigsten Po der Welt hatte – und da wußte ich, was ich zu tun hatte…

Donnerstag, 5. Juli 2012

Was uns die Grimms verschwiegen. Teil 1: Schneewittchen


Die böse Stiefmutter tobte: Im ganzen Lande war kein einziger Apfel aufzutreiben gewesen! Warum kam ihr die geniale Idee mit dem halb vergifteten Apfel erst nach dem Fest zu Ehren des Heiligen Apfelmusius? Wie sollte sie nun Schneewittchen beseitigen? Kochend vor Wut lief die Ergrimmte durch den Wald, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen, wobei sie eines attraktiven Pilzes gewahr wurde. „Heißa, der sieht aber lecker aus!“ frohlockte die Malifiziöse und wollte sich ein kleines Stückchen vom Pilze abbrechen, um es zu probieren. Dabei stellte sie sich jedoch recht ungeschickt an und zerbrach nahezu den gesamten Schirm. Fluchend stürmte sie zurück ins Schloß, um sich Kleber zu besorgen, auf daß sie mittels eines unversehrt aussehenden, aber nur schludrig zusammengeflickten Pilzes die nichtsahnende Steiftochter in den Tod schicken könnte.

Dienstag, 3. Juli 2012

Kleiderschränke der Liebe. Teil 1: Frau aus Sicht des Mannes


… dann öffnete ich ihren begehbaren Wäscheschrank und erschrak: Er war so riesig – und vor allen Dingen so leer! Mein erster Gedanke galt meinen Finanzen, doch dann sah ich in ihre Augen – Augen, die all meine Sehnsüchte zu erfüllen versprachen; Augen, die ewiges Glück verhießen. Ich betrachtete ihre sinnlichen roten Lippen, ihren in lieblichen Wogen bebenden Busen, die wohlgeformten Kurven ihres vollendeten schlanken Körpers. Ich warf nochmals einen Blick in den leeren Schrank und zweifelte erneut an mir: War das nicht eine Nummer zu groß für mich? Überstieg das nicht meine Möglichkeiten? Doch dann drängte sie sich zwischen mich und die Tür, die sie sogleich mit dem süßesten Lächeln und einem zärtlichen Kusse auf meine Wange schloß. Dann hauchte sie sanft: „Komm, Liebster!“ Als ich dabei ihren heißen Atem an meinem Halse spürte, wußte ich, was ich tun mußte…