Donnerstag, 24. November 2011

Tempora mutantur et divulgatio mutatur in illis


Man möchte sich gar nicht vorstellen, wie ein heutiger Bedarfsweckungsfachwirt diese simple, aber vielleicht sogar wahre, zumindest aber der modernen Hausfrau der 20er Jahre verständliche Aussage mit dem Anglizismusquirl bearbeitet, um der modernen Hausfrau der 10er Jahre, die weder Haus- noch -frau sein möchte, den Fleckentferner anzupreisen.

Freitag, 18. November 2011

Edgar-Wallace-Filme, die nie gedreht wurden. Siebter Teil:


Aufregung in English Cooking Castle: Während einer von dort live gesendeten Kochsendung der Besitzerin des Castles, Lady Saucepan (Elisabeth Flickenschild), kommt der von ihr geladene Stargast, Sir Reginald Porridge (Siegfried Lowitz) auf geheimnisvolle Weise ums Leben. Das offizielle Untersuchungsergebnis von Kommissar Fluke Happenstance (Ulrich Beiger) lautet: Tod durch Ersticken an einem schwer zerkaubaren Würstchen, also Unfall. Sein Kollege, Kommissar Thomas Hunch (Viktor de Kowa), möchte dem jedoch keinen Glauben schenken, weiß er doch durch einen Informanten (Klaus Kinski), daß Porridge in der Sendung peinliche Geheimnisse aus dem Leben der Lady ausplaudern wollte – wovon diese jedoch nichts gewußt haben wollte. Hunchs Mißtrauen wider die offiziellen Ermittlungen wachsen um so mehr, als sein Informant tot aus der Themse gefischt wird, ein Würstchen in seinem Halse steckend. Unter falschem Namen mischt er sich unter die Fernsehleute in English Cooking Castle und schließt sogleich Freundschaft mit dem drolligen Requisiteur Ian Props (Eddi Arent). Verdacht hingegen schöpft er sogleich gegen den Regisseur von Lady Saucepans Sendung, Edward Paring-Knife, der von dem geplanten Eklat vor laufender Kamera wußte, sowie gegen die ehrgeizige jüngere Schwester der Lady, Madeleine Saucer (Mady Rahl), die ihrer Schwester Titel und Sendung neidet. Als jedoch Paring-Knife ebenfalls einem Würstchenattentat zum Opfer fällt und auf die Saucer ein Anschlag verübt wird, muß Hunch völlig umdenken…

Donnerstag, 17. November 2011

Elisabethenblätter

Im saarländischen Blieskastel verehrt man heute noch die heilige Elisabeth, die sich ganz ihrem Klostergärtchen widmete. Besonders stolz war sie auf ihren Ahornbaum, auf dem ihr eines Tages sogar eine Marienerscheinung zuteil geworden sein soll. Daraufhin begann sie, jedem Blatte ihres Baumes den Namen eines Heiligen oder Seliggesprochenen zu geben und diese dann im Herbste einzusammeln und zu archivieren. Leider war es ihr nicht alljährlich vergönnt, jedem Heiligen oder Seliggesprochenen ein Blatt zu widmen, da der Baum wuchs und Blätter an anderen Stellen heraussprossen. Als mathematisch Begabte blies Elisabeth aber nicht Trübsal, sondern begann, Statistiken über die Häufigkeit bestimmter Heiligenblätter zu führen. Nach ihrem Tode führten die Blieskasteler ihr Werk fort, bis dereinst der Ahornbaum seinerseits das Zeitliche segnen wird. Im Schaukasten wird jeden Herbst bekanntgegeben, wer sich zu den Top-Heiligen von Blieskastel zählen darf.

Donnerstag, 10. November 2011

Was Großmutter noch wußte…

Ein begrenztes großmütterliches Budget sowie ein kindlicher Weihnachtswunsch müssen nicht unbedingt unvereinbar miteinander sein: Mit ein wenig Ausdauer und viel Wolle lassen sich auch größere Vorhaben verwirklichen, die Kinderherzen höher schlagen lassen. Ein gelungenes Beispiel hierfür ist das Stricklieselrad, das eine 87jährige Saarbrückerin ihrem Enkel in monatelanger Kleinarbeit gestrickt hat. Mit seinem farbenfrohen Auftritte ist dies Rad nicht nur weitaus individueller als das uniforme Drahteselgrau der üblichen Kaufräder aus Blech, Stahl oder Leichtmetall, sondern dient mit seine Farbenpracht auch noch der Verkehrssicherheit, denn solcherart koloriert bewegt sich der Nachwuchs sicher im Straßenverkehr, ohne übersehen zu werden.

Donnerstag, 3. November 2011

Knigge für die Tonne


Höflichkeit ist keine Frage der eigenen Wesenheit; wie man sieht, findet man auch unter Mülltonnen primitive Ausprägungen guten Umgangs miteinander: Hier stellt sich ein neues Exemplar seiner altgedienten Nachbarin förmlich vor.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Gefahren sportlicher Betätigung zu Wasser


Der Lippeverband weist mit Recht darauf hin, daß aufrecht betriebene Wassergymnastik ohne entsprechende Ausrüstung (Umschnall-Schwimmkissen u. dergl.) nicht nur albern aussieht, sondern auch figürlichen Ansprüchen nur unzureichend gerecht wird, da nicht vorschriftsmäßig sich im Wasser befindliche Gymnasten neben den sportlichen Bewegungen in senkrechter Lage auch noch für den Verbleib ihres Kopfes oberhalb der Wasserlinie Sorge tragen müssen.

Samstag, 15. Oktober 2011

Die Gefahr des Essens von zu eng verpackten Gummibärchen

Jeder Mensch, ob Mann, ob Frau,
ißt Gummibärchen grün und blau.
Doch störend ist der Farbstoff nicht –
erstickend geht uns aus das Licht:
Durch Gummibärn beengt verpackt,
wo einer an dem andren pappt.

Bevor nun anhebt großes Fluchen,
wolln wir lieber untersuchen,
welchen Aufbau sie denn haben:
Außen ist da Wachs aus Waben.
Doch drinnen ist – uns fehln die Worte –
Gummi von der schlimmsten Sorte;
denn es klebt nicht nur am andern –
auch von Zungen will’s nicht wandern:
Denn wenn man nimmt in Hast und Gier
nicht einen Bären, sondern vier,
kann es sein, daß sie verkleben
und uns nehmen unser Leben.

Packt man hilflos hinterher,
würget man sich noch viel mehr!
Elend geht man so zugrunde,
Gummipfropfen in dem Munde.

Darum:
Riesentüten? Welch ein Schund!
Gummibärn im Dreierbund!

Freitag, 7. Oktober 2011

Die Revolution im Automobilbau


Ein von Bündnis 90/Die Grünen vorgestelltes Automobilprojekt soll den Individualverkehr in Deutschland revolutionieren: Auf Basis eines gebrauchten Opel Corsa B zeigte uns die Ökopartei jüngst, wie in ihren Augen die Zukunft des Automobils aussehen muß: Platte Reifen entziehen der Umwelt keine wertvolle Atemluft, blinde Scheinwerfer verschwenden keinen wertvollen Strom, und die Fenster werden liebevoll zu Biotopen für Grünalgen, Flechten und Moos umgestaltet. Festgerostete Bremsen und ein standgeschädigter Motor sorgen überdies dafür, daß das Auto erst gar nicht losfährt und somit auch keinen Sprit verbraucht.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Sie sind unter uns. Teil 1

In Filmen landen Außerirdische gerne in US-amerikanischen Großstädten, um von dort aus die gesamte menschliche Zivilisation ins Verderben zu schicken. Wirklich intelligentes Leben von außen jedoch wird sich hüten, sich ausgerechnet dem Menschen zu zeigen und somit am Ende noch sein eigenes gewaltsames Ableben zu provozieren. Wirkliche Ufolandeplätze liegen im Verborgenen, und nur dem geübten Betrachter ist es möglich, sie als solche zu erkennen. Ein schönes Beispiel hierfür sind die Steinfetische einer Expeditionstruppe eines Planeten, der um den Stern Merak (Sternbild des Großen Bären) kreist. Scheinbar achtlos und wenig kunstfertig auf Baumstümpfen plaziert, wissen die Meraki ihre wahre Größe und Intelligenz vor uns zu verbergen.