Samstag, 23. April 2011

Praktisch gedacht


Viele Fotografen kennen das Problem: Man hat eine Reihe hübscher Fotos geschossen und will sie nun ansprechend nebst dem Nippes eingerahmt aufstellen. Aber welchen Rahmen nehmen? Die Stadt Luxemburg hat sich dieses Problems angenommen und stellte hier und da praktische Rahmen zum Mitfotografieren auf.

Donnerstag, 21. April 2011

Hörspiele, die noch ihrer Aufnahme harren. Teil 7: Tom und Socke

Bearbeitung: S. Hoedl

Da hat man unter Ansammlung vieler Jahre die 1980er Jahre komplett durchlebt, und nun das: Stück für Stück wird in den Archiven gegraben und längst verloren Geglaubtes wieder zum Vorscheine gebracht, so auch diese wohl mit Fug und Recht vergessene Kultserie zum Schulfach „Textiles Gestalten“: Balthasar Neumann, genannt Tom Kohlrabi, weil Tarzan und Tim schon vergeben waren, besonderes Kennzeichen: ein blaues und ein blutunterlaufenes Auge, 16 Jahre alt und im Besitze eines frisierten 25er Mofas, wird zusammen mit seiner Freundin und ab der nicht mehr erschienenen zweiten Staffel Dauerverlobten Julia Biedermeyer, genannt Socke, weil sie nichts mehr haßt als Stricken, in einen fesselnden Fall nach dem anderen verstrickt. Angesiedelt ist diese Serie natürlich wie ihre kleine, aber populärere Schwester TKKG in einer nicht näher bekannten Millionenstadt (von der es in Deutschland schließlich massenhaft gibt) im norddeutschen Raum mit Zugang zur Nordsee. Natürlich spielte die Handlung in der damaligen Gegenwart, und so fallen längst vergessene aber ehedem immens populäre Schlagworte wie „Packman“, „C64“, „Bandsalat“ oder „Dosenravioli“ en masse. Aber in der Hauptsache ging es in sämtlichen Folgen doch nur um das Eine, nämlich manuelles textiles Gestalten, das Socke so haßt. Doch mit Toms Hilfe entwirrt sie auch die am geschicktesten verknoteten Fäden und kommt mit Nadel und Schere auf die Spur der Bösewichter. Zwölf Folgen wurden veröffentlicht, bevor die Hörspielfabrik „Stur-Opa“ den beiden Helden das Mikrofon abdrehte – ob wir sie jemals von CD werden erklingen hören?

  • Hundesocken stinken leise
  • Socken durch das Flusensieb
  • Strickalarm am Sockenweg
  • Die Fußball-Socke darf nicht stinken
  • Socken um Mitternacht
  • Überfall nach Sockenschuß
  • Der Mann mit den tausend Paar Socken
  • Aufruhr in der Sockenwelt
  • Die Nacht am Sockengrab
  • Der Feind in der Socke
  • Die Socke des Schreckens
  • Sockenräuber unter Palmen
Damalige Hörer, die noch ein paar Kassetten ihrer Hörspiele in die Neuzeit retten konnten, erinnern sich voller Begeisterung:
„Ich habe mein Ehrenwort gegeben – von mir erfährt niemand, wo diese Hörspiele herkamen!“ – Helmut Kohl, rheinland-pfälzischer Ministerpräsident a. D.
„Die hab ich echt alle, sogar die falsch betitelte Erstveröffentlichung von ,Der Mann mit den tausend Paar Strümpfen‘!“ – Bastian Pastewka, Jäger und Sammler
„Wir fanden das ziemlich gemein von Rolf Kuddelmuddeltschak, uns einfach aus dieser TKKG-Serie für Große rauszuschreiben, nur weil wir eigentlich total überflüssig waren. Es hätte doch gereicht, uns einfach keinen Text mehr zu geben wie in den neuen Folgen!“ – Niki Nowotny und Manou Lubowski, Hörspiel-Statisten
„Die drei Detektive. Fragezeichen, Fragezeichen, Fragezeichen…“ – Reinhilt Schneider, falscher Text

Dienstag, 19. April 2011

Angewandte Phytopsychologie


Ein neuer Zweig der Psychologie beschäftigt sich nach Mensch und Tier nun mit der Pflanzenwelt. Auf dem Bilde zu erkennen ist ein Beispiel angewandter Phytopsychologie nach durch Menschenhand erfolgter Astamputation.

Donnerstag, 14. April 2011

Die Wissenschaft hat festgestellt…


Endlich ist es Wasserbiologen gelungen zu erforschen, wie Nixen sich ihrer Notdurft entledigen. Sie äpfeln nicht einfach ins Wasser wie Seepferdchen oder hinterlassen unschöne Dungfladen wie Seekühe, worüber sich schon Generationen von Rochen und Flundern beschwert haben, nein: Sie benutzen Nachttöpfe. Diese aufregende Feststellung konnten die Wissenschaftler treffen, nachdem in der Alzette bei Pfaffenthal/Luxemburg ein solches Notdurftinstrument gesichtet und sichergestellt werden konnte.

Dienstag, 12. April 2011

Wer zu spät kommt, hat weniger zu schreiben

Ich habe ungern kauf­wütige Frauen als Begleitung dabei. Sie werden von na­hezu jedem Mode-, Schuh- oder Parfümgeschäft wie Magneten angezogen, sehen sich stundenlang um und kaufen dann doch nichts. Na ja, ich will mal nicht zu strengen Tadel erteilen, denn ähnlich verfahre ich auch in Buchläden und Plattenge­schäften. Schlimm finde ich weiterhin, wenn die weibliche Fraktion mich im­mer nach meiner Mei­nung fragt, wie ihr dies oder jenes stünde oder ob der Schuh zu der ge­rade aktuellen Haarfarbe und Frisur paßte. Man kann hier eigentlich nur falsch antworten, denn wenn ich ehrlich bin und sage, daß es lächerlich aussehe, ist die Dame beleidigt; sage ich aber, ja, das sähe ganz nett aus, bezichtigt sie mich der Lüge, damit wir nur schnell aus dem Laden kämen und ist ebenso belei­digt. So zerstreiten sich auch die innigst Liebenden. Aber über Frauen beim Einkaufen und deren männliche Eskorten ist schon so viel gelästert und geschrieben worden, daß ich das nicht weiter in die Länge ziehen will.

Sonntag, 3. April 2011

Hörspiele, die noch ihrer Aufnahme harren. Teil 6: Hilfslernschwester Annelie


Annelie lebt in einem kleinen Städtchen an der Küste Ostfrieslands und führt ein pikantes Doppelleben: Tagsüber peitscht sie in einem Nobelpuff (bzw. „Edelbordell“, wie Annelie stets betont) gelangweilte Wirtschaftsbosse aus und erfüllt ihnen für Geld di- und perverse Wünsche, von denen deren Ehefrauen nichts wissen dürfen. Nachts jedoch ist sie der gute Geist vom Waisenhaus und verteilt Süßigkeiten und Lehrbücher an die Kinder. Außerdem bildet sie sich heimlich fort, um eines Tages ihren Traum, nämlich Kinderkrankenschwester zu werden, wahr werden zu lassen. Doch bis dahin gilt es einige Abenteuer zu bestehen, denn etliche ihrer gelangweilten BWL-Fuzzis von Kunden wollen, daß Annelie ihnen auch des Nachts zu Diensten sei. Pikante Situationen zwischen Schnuller und Lacklederstiefel sind also Legion. Natürlich müßte man daraus nicht unbedingt auch noch ein Hörspiel machen, aber der Kontrast zwischen den unschuldigen Kleinen im Waisenhaus und den perversen Kapitalistenschweinen, die es abreißen wollen sowie Annelies ständiges Lavieren zwischen beiden Welten füllte doch schon so manche Hörspiel-Stunde. Bislang sind folgende Geschichten erschienen:
  • Spurlos zerschunden
  • Doppelt geerdet
  • Fülliges Riesenroß
  • Wirklich blutig?
  • Verfehlung
  • Schweißnaß
Begeisterte Hörer wissen sich folgendermaßen über diese neue Serie zu äußern:

„Die Fortbildung ist ein fester Bestandteil Deutschlands.“ – Christian Wulff, Bundesdingsbums.
„Wenn ich nicht ständig Ausschau nach neuen Krokohandtäschchen, Kostümchen und Schühchen halten müßte, hätte ich vielleicht Zeit, mir das mal anzuhören. Außerdem lese ich lieber selbst statt zuzuhören.“ – Judith Rakers, Fernsehschönheit mit Lesekenntnissen.
„Auf jedem Schiff, wo’s segelt und dampft, sitzt einer beim Essen und schmatzet und mampft!“ – Dr. Guido Westerwelle, Dampf- und Segelplauderer.
„Noch Fragen, Kienzle?“ „Ja, Hauser: Sind Sie nicht schon längst tot?“ – Ulrich Kienzle und Bodo H. Hauser, Fernsehstreithähne, z. T. †.

Dienstag, 29. März 2011

Elegia Mortis

Überdrüssig des Lebens, der tödlichen Sehnsucht verfallen,
dachte er angestrengt nach, wie er bereitet den Tod:
„So soll es sein: Ästhetisch in Würde und ohne Entstellung
soll im Bade es sein.“ Erst aber sorgt’ er dafür
(unsittlich sein wollt’ er nicht), daß bestens er ausstaffiert heimging:
Maßanzug, seidenes Hemd und die Krawatt’ aus Paris.
Doch beim Erblicken der randvollen Wanne kamen Bedenken:
„Sinke ich langsam bloß, wird es ein Ende mit Qual!“
Strom sollte hier nun Erleichterung schaffen: „Ein Fön unter Wasser
brachte schon manchen zu Fall!“ Zweifel aufs neu kamen bald:
„Isolationen, die Strom daran hindern, mich zu befördern
jenseits von hier – was hilft’s? Dieses muß erstmal erprobt
– Vorsicht ist besser als Nachsicht! – an meinen Haustieren werden!“
So war bald gefüllt reichlich mit Katzen und Hund
jegliche Stelle im Starkstromgewässer. Nun aber sah er:
„Kein einz’ger Platz ist mehr frei: Domestiziertes Getier
sperrt mir den Weg zur Erlösung. Bleibt noch als einziger Ausweg
schießendes Eisen allein!“ Doch der Revolver war leer...
Tobend, so fand ihn ein Einbrecher dann: „Dein Geld will ich haben...“
„Inständig bitt’ ich dich: Nimm auch mein Leben mir fort!“
Aber der Räuber war wenig erfreut: „Wie soll ich dir helfen?
Du hast die Ruhe – und ich? Ich werd’ des Mordes verklagt!“
Sprach es und ließ dann zurück den Möchtegerntoten im Zorne:
„Niemals werd’ geben ich auf! Eile herbei, süßer Tod!“
Während er’s ruft, verspürt er im Leibe stechende Schmerzen.
Freudig bemerkt er die Pein: „Ist nicht hier dies ein Infarkt?“
Lächelnd, so stürzt er, das Ziel ist erreicht nach langwier’gen Mühen.
Hoffen wir, daß er im Tod glücklicher wird, als er’s hier!

Dienstag, 22. März 2011

Verkaufsrenner, die nicht sein durften


Ewald Knolle, (beinahe) berühmter Tiersexforscher, ist noch immer erbost darüber, spricht man ihn auf die Weigerung seines Verlages an, sein Aufklärungsbuch „Deine Wanze, das unbekannte Wesen“ zu veröffentlichen. Jahrelange Kleinarbeit im Wortsinne steckten in dem Manuskript, das mit reichlich Bildern illustriert war, worauf Feuerwanzen in allerlei kompromittierenden Posen zu sehen waren.

Donnerstag, 17. März 2011

Hörspiele, die noch ihrer Aufnahme harren. Teil 5: Point Witloof


Die drei Freunde Tim Dice, Derek de Wilde und Jasper Stoeverlinckx betreiben in einem kleinen Küstenstädtchen an der belgischen Ostküste eine kleine Friture. Ihr Motto lautet: „Point Witloof, die Friture, die heißt wie das Gemüse“. Leider befindet sie sich auf der Spitze eines stillgelegten Leuchtturms, so daß sich nur selten Kundschaft dorthin verläuft. Daher haben die drei Jungs reichlich Zeit, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen, beispielsweise dem Ausprobieren neuer Rezepte. Die Momente, die sie nach dem Genusse ihrer Speisen nicht im Krankenhause oder auf der Toilette verbringen, nutzen sie aber auch, um ihrer geheimen Tätigkeit als Jungdetektive nachzukommen. Leider sind sie nach nunmehr 30 Folgen immer noch nicht auf die Lösung ihres ersten Falles gestoßen, wer denn immer ihr Frittenfett ranzig werden läßt und warum ihre Pralinen in der Sonne an Form verlieren. Dennoch eine sehr empfehlenswerte Serie vor allem für Heranwachsende, denn die drei lösen ihre Probleme nicht mit Gewalt, sondern mit Gänseschmalz, und da sie überdies zu dumm sind, ihre Fälle selbst zu lösen, wird der Zuhörer zum Mitraten gezwungen und schläft nicht schon nach der Hälfte ein, wie das bei anderen Serien (z. B. die drei †††) beabsichtigt wird. Eine kleine Auswahl bisher erschienener Folgen:

  • Der Keller der 22 Fritten
  • Das rote Ketchup des Teufels
  • Die Schachtel der letzten Pralinen
  • Das Haus der vergammelten Schnitzel
  • Tief in den nördlichen Kohlfeldern
  • Im Bann des Totenchicorée
  • Die Kammer der armen Ritter
  • Das Geheimnis des Naschwerkdiebes
  • Der steinerne Kuchen
  • Die blutenden Filetspitzen
  • Der Duft der Auflaufform
  • Pralinen der Pest
  • Der Rezeptkünder (Doppelfolge)
Was sagen ausgewählte Hörer dieser Serie über selbige?

„Die Jungs haben nicht nur die Pfanne heiß, sondern auch ihre Friteuse!“ – Oliver Kalkofe, Fernseh-Fettmops und -Kritiker
„Hahaha, kennen sie den schon? Kommt ein Belgier in eine Frittenbude…“ – Mario Barth, Witze-Wiederverwerter
„Für gute Pommes frites ist eine ordentlich gewartete Friteuse alternativlos!“ – Angela Merkel, Bundesumweltministerin a. D.
„Wer behauptet, daß die ihre Lebensmittel färben, gehört verklagt!“ – Gerhard Schröder-Köpf, Journalistinnengatte

Samstag, 12. März 2011

Wenn man in Vorlesungen zu faul ist, sich alles aufzuschreiben. Teil 9:

Für in byzantinischer Geschichte nicht Bewanderte: Nikephoros II. Phokas war von 963 bis 969 byzantinischer Kaiser. Liutprand von Cremona war Diplomat in den Diensten Kaiser Ottos I. und später Bischof von Cremona. Er leitete eine Gesandtschaft, die u. a. eine „in Purpur geborene Prinzessin“ aus Byzanz als Braut für Ottos Sohn aushandeln sollte. Jedoch war diese Mission nicht von Erfolg gekrönt, und voll Bitterkeit darüber verfaßte Liutprand seine „Relatio de legatione Constantinopolitana“, worin er Nikephoros als ungepflegten, schweinsäugigen und durchweg unwürdigen und unfähigen Herrscher darstellt. Beim byzantinischen Historiker Leon Diakonos hingegen wird ein vollkommen anderes Bild des Kaisers gezeichnet.