Donnerstag, 2. April 2015

Europarundreise in Wort und Bild. Teil 3: Spanien



Stiere stechen, Geißen schmettern,
schmatzend schmausen die Tortilla,
wie des Bieres Kutscher wettern,
und zur Trauer die Mantilla.
Keck erknattern Kastagnetten,
und zum Tanze fordert man – ¡olé! –
alle Fraun auf (außer fetten),
wie dereinst zur temps passé.

Sonntag, 18. Januar 2015

Europarundreise in Wort und Bild. Teil 2: Norwegen


Land der Elfen, Land der Trolle, 
wo das bunte Nordlicht funkelt, 
Land der Wämser rein aus Wolle, 
wo’s schon gern frühmorgens dunkelt.
Land der Elfen, Land der Trolle,
wo das Erdöl reichlich sprudelt
und unermüdlich die Frau Holle
Tag um Tag das Land besudelt.

Sonntag, 4. Januar 2015

Europarundreise in Wort und Bild. Teil 1: Albanien




Ach, was müßten wir uns plagen,
früge man uns nach Albanien!
Wer wüßte da mehr zu sagen,
als: „weit weg von Spanien“?
Oder: „auf dem Balkan wohl gelegen“,
oder: „nah bei Griechenland“?
Oh, was machst du uns verlegen,
bist du uns so unbekannt!

Montag, 9. Juni 2014

Aus der Welt der Bäume. Teil 2: Erektile Dysfunktion






Auch für unsere beblätterten Freunde ist die erektile Dysfunktion alles andere als erfreulich. Leider konnte bislang noch kein Mittel dagegen gefunden werden, da laut führenden Pharmakonzernen keinerlei Nachfrage bestehe, da betroffene Bäume sich meist aus falscher Scham nicht an qualifizierte Helfer wenden würden.

Dienstag, 22. April 2014

Wenn Loriot ein anderes christliches Fest besungen hätte…


Ostern

Es steigt der Nebel, Blitze blitzen,
schon bilden sich die ersten Pfützen.
Dem Pfarrer, voller Tatendrang,
war’s vor keinem Wetter bang.

So ging er aus, um zu besorgen
den Gaumenschmaus für übermorgen;
denn Ostern gibt’s nicht nur Oblaten:
Zu Tisch gehört der Lämmerbraten!

So ging Priester eben raus,
die Scheuerfrau putzt ’s Pfarrershaus.
Und als die Wohnung endlich blank,
sie müde auf das Sofa sank.

Doch ach! Wie groß war das Erschrecken
Als sie den Pastor tat entdecken:
Voller Dreck an Tuch und Tafte
er das Lamm nach Hause schaffte.

Der Stiefel ward am Bett geputzt
und dessen Decke arg verschmutzt.
In der Küch lag tot das Lamm.
Entfernen Sie das Blut per Schwamm!“

Sodann frug er auf barsche Weise:
„Wo bleibt denn meine Abendspeise?
Und bitte, sei’n sie doch so nett
und schneiden von dem Fleisch das Fett!“

Dies bracht’ das Faß zum Überlaufen:
Erst tat sie sich die Haare raufen
und griff sodann zum Fleischermesser
(frisch geschliffen schnitt es besser).

Nur frisch ans Werk! Des Pfarrers Seele
entschlüpfte durch ein Loch der Kehle,
welches seine Zugehfrau
aufgeschnitten punktgenau.

Und als er endlich ausgeblutet,
sich die Putze heftig sputet:
Rastlos, aber unbeklommen
wurd’ der Pfaffe ausgenommen.

Angesichts der nahen Feier
versteckte sie wie Ostereier
bis auf’s Herz die Innerei’n.
(Erst’res war bedenklich klein!)

Zwei Tage müssen noch vergehen,
dann kann er wiederauferstehen!
Der Hase hoppelt durch den Wald,
der Frühling naht! ’S ist Ostern bald!