Donnerstag, 3. November 2011

Knigge für die Tonne


Höflichkeit ist keine Frage der eigenen Wesenheit; wie man sieht, findet man auch unter Mülltonnen primitive Ausprägungen guten Umgangs miteinander: Hier stellt sich ein neues Exemplar seiner altgedienten Nachbarin förmlich vor.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Gefahren sportlicher Betätigung zu Wasser


Der Lippeverband weist mit Recht darauf hin, daß aufrecht betriebene Wassergymnastik ohne entsprechende Ausrüstung (Umschnall-Schwimmkissen u. dergl.) nicht nur albern aussieht, sondern auch figürlichen Ansprüchen nur unzureichend gerecht wird, da nicht vorschriftsmäßig sich im Wasser befindliche Gymnasten neben den sportlichen Bewegungen in senkrechter Lage auch noch für den Verbleib ihres Kopfes oberhalb der Wasserlinie Sorge tragen müssen.

Samstag, 15. Oktober 2011

Die Gefahr des Essens von zu eng verpackten Gummibärchen

Jeder Mensch, ob Mann, ob Frau,
ißt Gummibärchen grün und blau.
Doch störend ist der Farbstoff nicht –
erstickend geht uns aus das Licht:
Durch Gummibärn beengt verpackt,
wo einer an dem andren pappt.

Bevor nun anhebt großes Fluchen,
wolln wir lieber untersuchen,
welchen Aufbau sie denn haben:
Außen ist da Wachs aus Waben.
Doch drinnen ist – uns fehln die Worte –
Gummi von der schlimmsten Sorte;
denn es klebt nicht nur am andern –
auch von Zungen will’s nicht wandern:
Denn wenn man nimmt in Hast und Gier
nicht einen Bären, sondern vier,
kann es sein, daß sie verkleben
und uns nehmen unser Leben.

Packt man hilflos hinterher,
würget man sich noch viel mehr!
Elend geht man so zugrunde,
Gummipfropfen in dem Munde.

Darum:
Riesentüten? Welch ein Schund!
Gummibärn im Dreierbund!

Freitag, 7. Oktober 2011

Die Revolution im Automobilbau


Ein von Bündnis 90/Die Grünen vorgestelltes Automobilprojekt soll den Individualverkehr in Deutschland revolutionieren: Auf Basis eines gebrauchten Opel Corsa B zeigte uns die Ökopartei jüngst, wie in ihren Augen die Zukunft des Automobils aussehen muß: Platte Reifen entziehen der Umwelt keine wertvolle Atemluft, blinde Scheinwerfer verschwenden keinen wertvollen Strom, und die Fenster werden liebevoll zu Biotopen für Grünalgen, Flechten und Moos umgestaltet. Festgerostete Bremsen und ein standgeschädigter Motor sorgen überdies dafür, daß das Auto erst gar nicht losfährt und somit auch keinen Sprit verbraucht.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Sie sind unter uns. Teil 1

In Filmen landen Außerirdische gerne in US-amerikanischen Großstädten, um von dort aus die gesamte menschliche Zivilisation ins Verderben zu schicken. Wirklich intelligentes Leben von außen jedoch wird sich hüten, sich ausgerechnet dem Menschen zu zeigen und somit am Ende noch sein eigenes gewaltsames Ableben zu provozieren. Wirkliche Ufolandeplätze liegen im Verborgenen, und nur dem geübten Betrachter ist es möglich, sie als solche zu erkennen. Ein schönes Beispiel hierfür sind die Steinfetische einer Expeditionstruppe eines Planeten, der um den Stern Merak (Sternbild des Großen Bären) kreist. Scheinbar achtlos und wenig kunstfertig auf Baumstümpfen plaziert, wissen die Meraki ihre wahre Größe und Intelligenz vor uns zu verbergen.

Donnerstag, 22. September 2011

Szenen einer Ehe. Teil 8

Parapono

„Warum hast du mich verlassen?
Warum hast du das getan?“
Kunigunde kanns nicht lassen,
mich zu quäln in ihrem Wahn.

Mit Gewalt, das weiß sie schon,
bekommt sie nichts zurück.
Auch mit beißendem Humor und Hohn
versuchte sie es ohne Glück.

So hat sie eine neue Masche:
Sie probiert die Mitleidstour!
Statt schimpfend mich zu nennen „Flasche!“
entfleuchen Klagen ihrem Munde nur.

„Ja, ich habe dich verlassen
und habs aus gutem Grund getan:
Sah ich doch alle schon erblassen,
die dich einst aus der Nähe sahn.“

Donnerstag, 15. September 2011

Unbekannte Heilige. Teil 1


Fast vergessen ist der Heilige Decapitatus, dessen Andenken die katholische Kirche am heutigen Tage feiert. Geboren wurde er im Jahre 275 pünktlich zur Ermordung des römischen Kaisers Aurelian und starb pünktlich zu seiner eigenen Ermordung im Jahre 305. Der Bischof von Iuvavum erreichte er in der alternativen Wundbehandlung eine gewisse Berühmtheit, indem er Verletzten Salz in ihre Wunden streute. Daher wurde er nach seiner Heiligsprechung im Jahre 998 durch Papst Gregor V. vor allem von Kranken mit offenen Wunden angerufen, daß er ihnen um Himmels willen fernbleiben sollte. Er wurde der Legende nach im Laufe der diokletianischen Christenverfolgung am 15. September 305 geköpft, weil er sich weigerte, einen heidnischen Soldaten der kaiserlichen Armee mit geweihräuchertem Wundsalz zu behandeln und statt dessen einfaches Kaliumnitrat aus dem Pökelfaß nahm. Wo seine sterblichen Überreste genau bestattet wurden, ist nicht bekannt, jedoch sollen sich Reliquien dieses Heiligen im Salzburger Dom befinden, wo er bis heute eine gewisse Verehrung erfährt.

Donnerstag, 8. September 2011

Edgar-Wallace-Filme, die nie gedreht wurden. Sechster Teil:


Unheimliche Dinge geschehen rund um Laughing Manor in der Nähe von London: Die junge Maggie Needle (Uschi Glas), die dort bald eine Stelle antreten soll, wird von einem Unbekannten (Klaus Kinski) am Telefon ausgelacht, weil sie angeblich nicht genügend Humor für diesen Job hätte. Ihre Freundin und Mitbewohnerin Lizzy Borden (Karin Dor) ist jedoch anderer Meinung und erschlägt den Unhold bei einem heimlichen Treffen im Hyde Park mit einer Axt. Doch damit ist das Ungemach für Maggie noch lange nicht beendet! Denn schon bald muß sie feststellen, daß ihre neue Arbeitgeberin, Lady Laughing Stock (Lil Dagover) offenbar geistesgestört ist: Ständig läuft sie mit rot angemalter Nase und einer grünen Halbglatzenperücke im Schloß herum und läßt das hohle Gelächter ihres Lachsackes erklingen. Bisweilen verschwindet sie sogar über Nacht spurlos. Maggie und der Sohn der verwitweten Lady, Lord Alvin, wollen der verrückten Alten auf die Spur kommen und landen unversehens in der Welt des Zirkus, wo sich offenbar eine lange vermißte Schwester der Lady als Artistin verdingt. Sie durfte damals als jüngere Schwester zum Zirkus, während die ältere den Landsitz der Laughing Stocks erben mußte. Kein Wunder also, daß die Lady ihre Schwester abgrundtief haßt. Als erste Mordanschläge auf Haroldine Pinter (Elisabeth Flickenschildt), besagte Schwester und Artistin, verübt werden, ist für Alvin und Maggie klar, daß Lady Laughing Stock dahinter stecken muß. Doch dann wird sie von ihrem Hausarzt Dr. Quack (Fritz Rasp) in die Irrenanstalt überwiesen, derweil die Mordanschläge nicht abreißen. Nachdem Maggie und Alvin auch noch die Hilfe von Lizzy und dem Scotland-Yard-Polizisten Vic Dorn (Joachim Fuchsberger) in Anspruch nehmen, wird sowohl auf Seiten der Ermittler wie auch der Verdächtigen die Lage immer unübersichtlicher, zumal auch noch Dr. Quack und der Butler der Lady, James Hives (Eddi Arent), ihre Hilfe anbieten und dem ermittelnden Quartett mehr als einmal ins Handwerk pfuschen. Doch da hat Vic Dorn einen rettenden Einfall, und es kommt zum spannenden Finale unterm Zirkuszelt…