Donnerstag, 27. Januar 2011

Zugunglück

Zwei Züge rasten zusammen
mit furchterregendem Knall,
die Reisenden kamen beim Rammen
stöhnend und sterbend zu Fall.

Der Rettungsdienst sammelt die Leichen,
entfernt aus dem Bleche die Toten.
Man sieht eine Fliege entweichen
als einzigen lebenden Boten.

Dienstag, 25. Januar 2011

Quod erat demonstrandum

Nur ein Strohkopf käme auf den Gedanken, einen lebensgroßen Strohbären auf einem Heimtrainer ohne Haltegriffe Platz nehmen zu lassen.

Donnerstag, 20. Januar 2011

Hörspiele, die noch ihrer Aufnahme harren. Teil 2: Betty Fortlay und die mißlungene Diät

Betty Fortlay ist eine neugierige alte Schachtel, deren Nase bereits ganz platt ist, weil sie sie ständig in anderer Leute Angelegenheiten steckt. Gemeinsam mit ihrem dummdreisten Gärtner Morris mischt sie sich stets in Dinge ein, die sie nichts angehen. Die vertonte Renterlangeweile ist der Renner des jungen Hörspiellabels „Störplanet“!


Betty Fortlay ist konsterniert: Mit ihren neuen Entwässerungstabletten hat sie zwar abgenommen, aber wie sieht sie jetzt aus! Abgemagert bis auf die Rippen klappert sie durch die Flure ihres Herrenhauses und erschreckt damit sogar die hauseigenen Gespenster. Für Betty Fortlay ist der Fall klar: Ihr Arzt hat ihr absichtlich die falschen Tabletten verschrieben, um sich ihrer zu entledigen – nur weil sie jeden Tag in seiner Praxis herumlungert und ihm mit ausgedachten Krankheiten seine Zeit stiehlt. Doch tatenlos wird sie nicht zusehen, wie man ihr an den Kragen will! Sie läßt ihren Gärtner Morris die Tabletten des Bösen mit harmlosen Placebos vertauschen und piesackt den armen Quacksalber auch weiterhin, bis dieser schließlich entnervt Selbstmord begeht. Und wieder rühmt sich Betty Fortlay, einen Verbrecher seiner gerechten Strafe zugeführt zu haben. Doch da tauchen plötzlich die richtigen Tabletten auf, und die alte Betty ist vollkommen verwirrt: Hat sie sich etwa doch getäuscht? Und wird diese Verwirrung rechtzeitig vorübergehen, bevor der Fall vorüber ist?

Dienstag, 18. Januar 2011

Durstige Tonnen


Wenn ein Rudel durstiger wilder Mülltonnen mit Magenvolumina zwischen 110 und 240 Litern sich über einen Brunnen hermacht, ist es wenig verwunderlich, wenn dieser rasch ausgetrocknet.

Samstag, 15. Januar 2011

Szenen einer Ehe. Teil 6

Divorcio

Mit meiner Frau, die widerlich,
hatt ich es nie leicht;
und deshalb nämlich habe ich
die Scheidung eingereicht.

Ich höre sie laut drohen,
darauf schmutzig lachen.
Ich find es unverfroren,
was sie will mit mir machen:

Ums Haus mir wegzustehlen,
will sie mich erschießen,
die Tat dann zu verhehlen,
im Kellergwölb einschließen!

Ich flüchte mich zum Anwalt,
zu Freunden, zum Notar,
schließlich in den Tannwald,
(wo’s auch mal ruhiger war).

Jetzt kannst du mich suchen,
garstge Kunigunde,
mit Schreien und mit Fluchen
aus deinem giergen Schlunde.

Donnerstag, 13. Januar 2011

Das Fenster zum Hof


Falschparker vor der Haustüre aufzuschreiben mag eine spannende Beschäftigung für Gelangweilte sein; man sollte jedoch nicht vergessen, daß es noch anderes im Leben gibt.

Sonntag, 9. Januar 2011

Verspätete Neujahrsvorsätze


Man muß nicht ganze Wälder abholzen, nur um ständig einen guten Vorsatz fürs neue Jahr vor Augen zu haben.

Dienstag, 28. Dezember 2010

Hörspiele, die noch ihrer Aufnahme harren. Teil 1: Die drei Laberleichen und der Schwatz der Mönche

Die drei Schüler Pluto (46), Paul (49) und Baumeister (45) aus dem kleinen Küstenort Bitchy Rock in der Nähe der Filmstadt Los Tacheles betreiben schon seit ihrer Kindheit ein Detektivbüro, brachten jedoch aufgrund ihrer Dumm-, Faul- und Trägheit weder einen Fall noch ihre Schullaufbahn zu einem Abschlusse. Statt dessen arbeiten die drei zumeist für Plutos Tante und Onkel, Clothilde und Vespasian, die einen illegalen Jungbrunnen betreiben. Auch der neuste Fall der drei „Jungs“ verspricht wieder aufregend lange Mono- und Dialoge, an einer Stelle sogar ein Streitgespräch mit bis zu fünf Teilnehmern gleichzeitig! Denn auch, wenn ihre Klienten weitgereiste Bettelmönche aus dem Kali-Gandaki-Tal sind, lassen sich die drei niemals die Butter vom Brote nehmen, wenn es darum geht, das letzte Wort zu behalten!


Langeweile in Bitchy Rock! Pluto, Paul und Baumeister sitzen gerade zu einem gemütlichen Plausch bei Käsesahne- und Schwarzwälder Kirschtorte vereint beisammen, als das Telefon klingelt und die Unterhaltung stört. Doch bald ist aller Ärger darüber vergessen, denn am Apparat ist ein neuer Klient für die drei Detektive! Die Knüppelmönche aus dem Kali-Gandaki-Tal in Nepal haben ihre Heimat verlassen, um ausgerechnet im Großraum Los Tacheles einen neuen Anführer für ihre Sekte zu finden. In einer Vielzahl langwieriger Gespräche fragen sich die drei Laberleichen durch ihr Abenteuer, diskutieren über Wiedergeburt, Überbevölkerung und Käsesahnetortenkonsistenzen, liefern sich eifrige Wortgefechte mit eloquenten Schurken und kommen mehr als einmal vom Thema ab – ob sie es schaffen werden, den Mönchen zu helfen, bevor die CD voll ist?

Sonntag, 26. Dezember 2010

Eine Winterballade

Die Wolke schob sich dermaleinst
gar mitten vor die Sonnen
und schickte drauf hinab zur Erd
den Schnee – und das in Tonnen.

Doch ach, war das Gejammer groß,
der Mensch wollt gar nichts Weißes:
„O liebes Wetter“, hub er an,
„ich hätt doch gern was Heißes!“

Die Wolke zog beleidigt fort
und ließ die Sonne scheinen.
Doch fing darauf der Schnee gleich an
zu schimpfen und zu greinen:

„So brenne mir nicht auf den Pelz“,
sprach er im Ton, im barschen,
„ich schmilze doch schon obenrum –
du willst mich wohl verharschen?“

Die Sonne zog beleidigt fort
und wollte nicht mehr wärmen,
die Wolke kehrte drauf zurück
und schickte Schnee in Schwärmen.

Was fingen nun die Menschen an
die Massen Schnees zu räumen,
und konnten doch in Eiseskält
von Sonnenwärm nur träumen.

Ach, wollte nur der dumme Schnee
die Sonne nie empören!
Nun ist sie fort, und unsre Klag
wird sie nun nimmer hören!

Dienstag, 7. Dezember 2010

Wenn der Durst dich überfällt…


Gerolstein ist weithin berühmt für sein schmackhaftes, hochwertiges Mineralwasser, und im romantischen Städtchen selbst findet man selbst in solch an sich trostlosen Orten wie dem Bahnhofe an einem munter sprudelnden Quell die Aufforderung, doch einmal von diesem sagenhaften Wässerchen zu kosten.